— Veröffentlicht 30.03.2020

Tipps zum Erhalt der psychischen Gesundheit in der Corona Zeit von unserer Psychologischen Psychotherapeutin

M. Sc. Ellen Schlottbohm

 

  • Informieren Sie sich, aber gezielt - ein ständiges Warten auf neue Informationen zum Corona-Virus kann zu einer Verstärkung von Sorgen und Ängsten und damit zu Dauerstress führen. Prüfen Sie also für sich, wie viele Nachrichten Ihnen gut tun und setzen Sie sich ggf. ein Limit (z.B. nur 2-mal am Tag die Nachrichten schauen). Wenn Sie sich selbst informieren wollen, tun Sie dies am besten nur bei seriösen Quellen wie z.B. dem Robert-Koch Institut (RKI) oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sprechen Sie mit Familie und Freunden ganz bewusst auch über andere Themen.
  • Struktur gibt Sicherheit – versuchen Sie wo möglich bekannte Abläufe des Alltags einzuhalten, z.B. feste Essenszeiten.
  • Achten Sie gut auf sich selbst und tun Sie Dinge, für die sonst vielleicht keine Zeit war, wie z.B. die Lieblingsmusik hören, ein Buch lesen, ausschlafen, Brett- oder Kartenspiele spielen, Briefe oder Mails schreiben, Freunde anrufen, die man lange nicht gesprochen hat.
  • Bewegen Sie sich weiterhin so gut es geht, z.B.: Spazieren gehen, Fahrrad fahren, Fitnessübungen zuhause mit unserem Online-Trainingsprogramm OMove – Sie finden es auf unserer Internetseite. Bewegung ist wichtig für den Stressabbau und wirkt sich positiv auf Angst- und Anspannungszustände aus.
  • Gehen Sie davon aus, dass Sie Gefühle wie Angst oder Langeweile spüren werden. Dies ist in der derzeitigen Situation ganz normal. Vielen Menschen hilft es dann mit anderen über diese Gefühle zu sprechen, Tagebuch zu schreiben oder kreativ tätig zu werden. Versuchen Sie, die Gefühle nicht z.B. mit Essen oder Nikotin zu unterdrücken. Denken Sie daran, dass Sie mit ihren Gefühlen und Ängsten nicht alleine sind.
  • Wenn Sie mit anderen Menschen zusammenleben, versuchen Sie, dass jeder genügend Rückzugsmöglichkeiten bekommt. Es ist ganz normal, dass häufiger Streit entstehen kann, wenn Menschen sich nicht aus dem Weg gehen können. Beugen Sie dem Streit also vor, indem jeder auch etwas Zeit für sich bekommt.
  • Auch wenn es schwer ist – versuchen Sie Vertrauen zu haben, dass alles was passiert einen Sinn hat, auch wenn dieser vielleicht jetzt noch nicht zu erkennen ist. Wofür oder für wen haben Sie nun etwas mehr Zeit? Vielleicht können Sie die Zeit des Rückzugs auch ein Stück weit genießen und etwas über sich selbst erfahren. So zu denken stärkt Ihre psychische Widerstandsfähigkeit.
  • Denken Sie daran, dass diese Pandemie vorbei gehen wird. Auch eine mögliche Quarantänezeit wäre nur temporär. Nehmen Sie sich etwas Schönes vor für die Zeit, wenn die Krise überstanden ist, damit Sie sich darauf freuen können.